Neben der rein statistischen Aufnahme von Zahlungsverkehrszahlen, Zinsen und Wirtschaftsdaten führt die Bundesbank auch regelmässige Umfragen unter Kreditinstituten und Unternehmen durch. Die aktuellen Ergebnisse im April 2011 waren jedoch im Hinblick auf die Kredit Vergabe an Verbraucher und Unternehmen zumindest teilweise überraschend.
Die Bundesbank stellte hierbei bei vielen Banken fest, dass die nach der vierten Weltwirtschaftskrise 2008 begonnene restriktive Kreditvergabe in der letzten Zeit in zweifacher Hinsicht gelockert worden ist: Einerseits gibt es nicht mehr die extremen Risikozuschläge für Kunden mit nicht ganz einwandfreier Bonität. Im Klartext bedeutet dies, dass es beispielsweise bei Konsumentenkrediten für Verbraucher nur noch in Einzelfällen zu Zinsabständen von mehreren Prozentpunkten kommt. Andererseits haben die Banken lt. Bundesbank auch wieder die Vergabekriterien entschärft, zu denen Geld überhaupt vergeben wird. Dies bedeutet bei gleichen persönlichen Voraussetzungen auf Seiten des Verbrauchers, dass Geld in einem höheren Ausmaß zur Verfügung gestellt wird. Konsumentenkredite werden also auch wieder mit höheren Einzelbeträgen vergeben und beispielsweise auch zu reinen Verbrauchszwecken. Somit ist auch ein Kredit wieder möglich, mit dem Dinge gekauft werden, die einen vergleichsweise geringeren Wiederverkaufswert haben.
Diese Erleichterungen in Bezug auf die Zinszuschläge haben allerdings noch keine Auswirkungen auf Unternehmenskredite und Wohnungsbaudarlehen. Dort werden je n ach Risiko auch weiterhin hohe Zinsaufschläge berechnet. Dennoch ist die Kreditvergabe in Deutschland im Vergleich zum restlichen Europa großzügig. Insbesondere in den Ländern, die Hilfe vom EURO-Rettungsschirm beantragt haben, sind die aktuellen Konditionen und auch die Kreditvergabekriterien restriktiver.